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Pfaffsche FormDiese Seite per E-Mail an Freunde versendenDruckerfreundliches FormatDiese Seite zu den Favoriten hinzufügenShop mit Artikeln passend zu Pfaffsche FormText vergrößernText verkleinern

Definition der Pfaffschen Form

Die Pfaffsche Form \vec w, auch Differentialform 1. Ordnung genannt, ist ein Begriff aus der Differentialgeometrie. Sie ordnet jedem Punkt \vec p aus einer offenen Menge U\subset\mathbb{R}^n einen Cotangentialvektor \vec w\left(\vec p \right) zu. Das heißt:

\vec p\mapsto \vec w\left( \vec p \right)
\vec w:U\rightarrow \bigcup_{\vec p\in U}^{} T^*_\vec p\left( U \right)

Ein Cotangentialvektor \vec w\left(\vec p \right) ist eine lineare Abbildung, welche die Elemente \vec v des Tangentialvektorraums T_\vec p\left( U \right) auf Punkte \left\langle \vec w\left(\vec p \right), \vec v\right\rangle\in \mathbb{R} abbildet.

\vec v\mapsto \left\langle \vec w\left(\vec p \right), \vec v\right\rangle
\vec w\left(\vec p \right):T_\vec p\left( U \right)\rightarrow\mathbb{R}

Der Tangentialvektorraum T_\vec p\left( U \right) bezeichnet die Menge aller Vektoren \vec v, die Tangentenvektoren von in U liegenden, stetig differenzierbaren Kurven am Punkt \vec p sind.

Da jeder beliebige Vektor \vec v\varepsilon\mathbb{R}^n Tangentialvektor am Punkt \vec p der stetig differenzierbaren Kurve \vec \phi\left( t \right)=\vec p+t\vec v ist, gilt T_\vec p\left( U \right)=\mathbb{R}^n. Die Existenz der Kurve \vec \phi in U\subset\mathbb{R}^n ergibt sich daraus, dass U\subset\mathbb{R}^n eine offene Menge ist.

Die Menge der Cotangentialvektoren \vec w\left(\vec p \right) bildet einen Vektorraum mit derselben Dimension wie der TangentialvektorraumT_\vec p\left( U \right). Der Begriff Cotangentialvektorraum T^*_\vec p\left( U \right) bezeichnet deshalb die Menge der linearen Abbildungen \vec w\left(\vec p \right). Die Vereinigung aller Cotangentialvektorräume über der Teilmenge U stellt den Bildraum der Pfaffschen Form dar.

Koordinaten-Darstellung

Für jede Pfaffsche Form existiert eine Koordinaten-Darstellung:

\vec w\left(\vec p \right)=\sum_{i=1}^n f_i\left( \vec p \right)\overrightarrow {dx}_i\left( \vec p \right) für alle \vec p\varepsilon U bzw.

\vec w =\sum_{i=1}^n f_i \overrightarrow {dx}_i

Die Funktionen f_i sind beliebige Abbildungen aus der offenen Menge U\subset\mathbb{R}^n in den Körper der reellen Zahlen \mathbb{R} , d.h. f_i\left( \vec p \right)\varepsilon\mathbb{R} .

Die Differentiale \overrightarrow {dx}_i\left(\vec p \right) stellen jeweils Basisvektoren des Cotangentialvektorraums T^*_\vec p\left( U \right) dar. Deshalb lässt sich jede Pfaffsche Form \vec w als Entwicklung der Differentiale \overrightarrow {dx}_i darstellen, d.h. für jede Pfaffsche Form existiert genau eine Koordinatendarstellung.

Die Basisvektoren \vec e_1, ...,\vec e_n seien eine normierte Basis des Tangentialvektorraums T_\vec p\left( U \right). Jede der linearen Abbildungen \overrightarrow {dx}_i ist eindeutig durch das Bild der Basisvektoren \vec e_1, ...,\vec e_n definiert. Es gilt:

\overrightarrow {dx}_i\left(\vec p \right)\left\{ e_j \right\} =\left\langle \overrightarrow {dx}_i\left(\vec p \right),\vec e_j\right\rangle=\delta_{i, j} für alle \vec p\varepsilon U bzw.

\left\langle \overrightarrow {dx}_i,\vec e_j\right\rangle=\delta_{i, j}

\delta_{i, j} repräsentiert das sogenannte Kronecker-Delta

Definition des Kurvenintegrals

Sei \vec\varphi:\leftLINK\rightarrow U eine stetig differenzierbare Kurve in U\subset\mathbb{R}^n , dann ist das Integral der Pfaffschen Form entlang der Kurve \varphi definiert durch:

\int_\vec \varphi \vec w:=\int_{a}^{b} \left\langle \vec w\left(\vec\varphi\right), \vec\varphi'\right\rangle dt

Es wird vorausgesetzt, dass die Pfaffsche Form w stetig in U ist. Damit entspricht das Integral der Pfaffsche Form dem gewöhnlichen Integral einer stetigen Funktion über dem Interval LINK.

Durch das Kurventintegral wird letztlich die Definition der Pfaffschen Form motiviert.

Die Menge der Ableitungsvektoren \vec\varphi' bildet den Tangentialvektorraum.

Die Menge der linearen Abbildungen \left\langle \vec w\left(\vec\varphi\right), \cdot \right\rangle bildet den Kotangentialvektorraum.

Die Abbildung \vec p\mapsto \left\langle \vec w\left(\vec p\right), \cdot \right\rangle wird Pfaffsche Form genannt.

Geometrische Interpretation des Kurvenintegrals

Parametrisierung einer Kurve

Die stetig differenzierbare Funktion \vec\varphi:\leftLINK\rightarrow U stellt die Parametrisierung einer Raumkurve dar. Der Parameter t \varepsilon \leftLINK kann - muss aber nicht - als Zeitparameter aufgefasst werden. Zum Zeitpunkt t=a befinde man sich am Ort \vec\varphi\left( a \right). Dann fahre man entlang einer bestimmten Bahn bzw. Kurve zum Ort \vec\varphi\left( b \right), d.h. zum Zeitpunkt t=b gelangt man zum Endpunkt \vec\varphi\left( b \right) der Kurve. Notiert man zu jedem Zeitpunkt t den Ort, an dem man sich beim Überfahren der Kurve befindet, so erhält man die Abbildung \vec\varphi:\leftLINK\rightarrow U.

Die Bedingung der Stetigkeit hat zur Folge, dass die Kurve keine Lücken aufweist. Die Differenzierbarkeit ist eine notwendige Bedingung, da zur Berechnung des Integrals die Kurve abgeleitet bzw. differenziert werden muss.

Es ist anschaulich klar, dass man auf unterschiedliche Weise dieselbe Kurve überfahren kann. Man könnte mit konstanter Geschwindigkeit die Kurve überfahren. Man könnte aber auch langsam losfahren und immer schneller werden. Für dieselbe Kurve gibt es unterschiedliche Parametrisierungen. Die Bezeichnung "Kurvenintegral" ist deshalb gerechtfertigt, weil man zeigen kann, dass der Wert des Integrals unabhängig von der gewählten Parametrisierung der Kurve ist. Mit einer Ausnahme: Vertauscht man den Anfangs und Endpunkt der Kurve, d.h. fährt man vom Endpunkt zurück zum Anfangspunkt der Kurve, so ändert sich das Vorzeichen (+,-) des Integrals.

Ableitung einer Kurve

Die Ableitung \vec\varphi'\left( t \right)={d\vec\varphi \over dt}\left( t \right) repräsentiert die Steigung der Kurve am Kurvenpunkt \vec x=\vec\varphi\left( t \right). D.h. die Ableitung stellt einen Tangentenvektor am Kurvenpunkt dar.

Der Tangenten-Einheitsvektor am Punkt \vec x ist definiert durch:

\vec \tau \left(\vec x \right):=\frac{1}{\left\| \vec \varphi' \left( t \right) \right\| }\vec \varphi' \left( t \right)

Dabei wird vorausgesetzt, dass \vec \varphi' \left( t \right)\not=\vec 0 ist. Gilt dies für alle t, so wird die Kurve regulär genannt. Man kann auch sagen: Eine Kurve ist genau dann regulär, wenn sie eine stetig differenzierbare Parametrisierung besitzt, deren Ableitung nirgendwo gleich Null ist. Die Norm bzw. Länge \left\| \vec \tau \right\| des Vektors \vec \tau ist gleich 1.

Länge der Kurve

Die Länge der Kurve \vec\varphi ist gegeben durch:

\int_\vec \varphi ds := \int_{a}^{b}\left\| \vec\varphi'\left( t \right) \right\|dt

Deshalb wird "ds" als Streckenelement oder Bogenelement der Kurve bezeichnet. "dt" stellt kein totales Differentiale dar. Durch dt wird lediglich ausgedrückt, dass über den Kurvenparameter t integriert wird. Die Bezeichnung dt ist motiviert durch die Definition der Partialsummen des Riemann-Integrals.

Kurvenintegral

Für das Kurvenintegral gilt somit:

\int_\vec \varphi \vec w= \int_{a}^{b} \left\langle \vec w, \vec\tau\right\rangle ds


\left\langle \vec w, \vec\tau\right\rangle\vec\tau stellt die senkrechte Projektion der Form auf den Tangenteneinheitsvektor dar, d.h.:

\left\langle \vec w, \vec\tau\right\rangle = \left\| \vec w \right\|cos(\vec w,\vec\tau)

Totales Differential

Das (totale) Differential DF einer stetig partiell differenzierbaren Funktion F:U\rightarrow\mathbb{R} ist eine Pfaffsche Form bzw. eine Differentialform 1. Ordnung, die jedem Tangentialvektor die Richtungsableitung von F in seiner Richtung zuordnet:

\left\langle \overrightarrow {DF}\left(\vec p \right),\vec v\right\rangle
=\frac{\partial F}{\partial\vec v}=F^'(\vec p)(\vec v) = \sum_{i=1}^n \frac{\partial F}{\partial x_i}\left( \vec p \right)v_i

wobei v_i=\left\langle {dx}_i\left(\vec p \right),\vec v\right\rangle die i-te Koordinate von v ist. Da dies für alle \vec p \in U und alle Tangentialvektoren \vec v gilt, kann geschrieben werden:

\overrightarrow {DF}=\sum_{i=1}^n \frac{\partial F }{\partial x_i}\,d x_i

Stammfunktion

Eine stetig differenzierbare Funktion F:U\rightarrow\mathbb{R} heißt Stammfunktion der stetigen Pfaffschen Form \vec w, wenn gilt:

\overrightarrow { DF } =\vec w

Exakte Pfaffschen Form

Eine Pfaffsche Form ist genau dann exakt, wenn sie eine Stammfunktion besitzt.

Geschlossene Pfaffschen Form

Eine Pfaffsche Form \vec w =\sum_{i=1}^n f_i \overrightarrow {dx}_i ist genau dann geschlossen ist, wenn gilt:

{\partial f_i \over\partial x_j}={\partial f_j \over\partial x_i}
für alle i,j.

Eine geschlossen Pfaffsche Form muss stetig differenzierbar sein.

Kurvenintegral des totalen Differentials

Für das Kurvenintegral des totalen Differentials DF gilt:

\int_{\vec \varphi}\overrightarrow { DF } = F\left( \vec q \right)-F\left( \vec p \right)

mit \vec q:=\vec \varphi\left( b \right) und \vec p:=\vec \varphi\left( a \right)

Das Integral des totalen Differentials hängt nicht von der Kurvenform sondern nur vom Anfangspunkt \vec p und Endpunkt \vec q der Kurve ab. Das Integral über eine geschlossene Kurve, d.h. \vec p=\vec q, ist immer gleich Null. Es gilt somit:

\oint_\vec \varphi\overrightarrow { DF }=0

Beweis:

\int_{\vec \varphi}\overrightarrow { DF } = \int_{a}^{b} \left\langle \overrightarrow { DF }\left(\vec\varphi\right), \vec\varphi'\right\rangle dt = \int_{a}^{b} \left\langle \sum_{i=1}^n {\partial F \over \partial x_i}\overrightarrow {dx} _i , \sum_{j=1}^n \varphi_j' \vec e_j\right\rangle dt = \int_{a}^{b}\sum_{i=1}^n \sum_{j=1}^n \frac{\partial F}{\partial x_i}\varphi_j'\left\langle \overrightarrow {dx} _i, \vec e_j \right\rangle dt = \int_{a}^{b}\sum_{i=1}^n \sum_{j=1}^n \frac{\partial F}{\partial x_i}\varphi_j' \delta_{i,j} dt = \int_{a}^{b}\sum_{i=1}^n \frac{\partial F}{\partial x_i}\varphi_i' dt

Durch Anwendung der Kettenregel erhält man:

\int_{\vec \varphi}\overrightarrow { DF } = \int_{a}^{b} \frac{dF}{dt}\left( \vec \varphi \left( t \right) \right) dt

Aus dem Fundamentalsatz der Analysis folgt nun die Behauptung.

Der obige Satz kann als eine Verallgemeinerung des Fundamentalsatzes verstanden werden. Ist die Pfaffsche Form über der offenen Menge U \subset \mathbb{R}^1 definiert, so entspricht der Satz dem Fundamentalsatz der Analysis.

Existenz der Stammfunktion

Satz 1

Jede exakte Pfaffsche Form ist geschlossen. Eine Pfaffsche Form besitzt nur dann eine Stammfunktion, wenn sie geschlossen ist. Geschlossenheit ist eine notwendige aber keine hinreichende Bedingung für die Existenz einer Stammfunktion. Nicht jede geschlossene Pfaffsche Form ist exakt.

Beweis:

Besitzt w eine Stammfunktion F, so gilt:

\vec w =\sum_{i=1}^n f_i \overrightarrow {dx}_i = \overrightarrow {DF}=\sum_{i=1}^n {\partial F \over \partial x_i}\overrightarrow {dx} _i

Die Gleichung ist nur erfüllt, falls:

f_i= {\partial F \over \partial x_i} für alle i

Also gilt:

{\partial f_i \over \partial x_j}= {\partial^2 F \over \partial x_j \partial x_i}

Mit dem Satz von Schwarz folgt nun die Behauptung

{\partial f_i \over\partial x_j}={\partial f_j \over\partial x_i} für alle i,j.

Wird die Definitionsmenge U geeignet gewählt, so ist die geschlossene Pfaffsche Form auch exakt.

Satz 2

In einem einfach zusammenhängenden Gebiet U\subset\mathbb{R}^n besitzt jede geschlossene Pfaffsche Form eine Stammfunktion.

Insbesondere gilt: In einem sternförmigen Gebiet ist jede geschlossene Pfaffsche Form exakt. (Poincaresches Lemma)

Satz 3

Eine stetige Pfaffsche Form auf einem Gebiet U\subset\mathbb{R}^n besitzt genau dann eine Stammfunktion, wenn gilt:

Entlang jeder geschlossenen Kurve \vec \varphi in U verschwindet das Integral der Pfaffschen Form.

\oint_\vec \varphi\overrightarrow { DF }=0

Physikalische Beispiele für Pfaffsche Formen

Erstes Beispiel "Kraftfeld"

Ein Kraftfeld beschreibt die Kraft, die auf einen Gegenstand an einem beliebigen Ort \vec r ausgeübt wird. Beispielsweise bewegt sich die Erde im Kraftfeld der Sonne. Das Kraftfeld ordnet jedem Punkt \vec r\in \mathbb{R}^3 eine Kraftvektor \vec F(\vec r) zu. Jedem Kraftvektor \vec F(\vec r) kann eine lineare Abbildung \left\langle \vec F, \cdot \right\rangle zugeordnet werden, die mittels des Skalarproduktes \left\langle \cdot, \cdot \right\rangle einen beliebigen Vektor \vec r linear auf den Zahlenkörper \mathbb{R} abbildet. Aufgrund dieser Interpretation kann das Kraftfeld auch als Pfaffsche Form bzw. Differentialform 1. Ordnung verstanden werden.

Wird das Kraftfeld in kartesischen Koordinaten dargestellt, wobei \vec e_i mit i=1,2 oder 3 die Einheitsvektoren in kartesischen Koordinaten sind, so gilt für die Koordinatendarstellung der Pfaffschen Form \vec F:

\vec F =\sum_{i=1}^3 f_i \vec e_i .

Es muss Arbeit geleistet werden, um einen Gegenstand in einem Kraftfeld entlang eines Weges \vec\varphi:\leftLINK\rightarrow \mathbb{R}^3 von einem Ort \vec\varphi(a) zu einem Ort \vec\varphi(b) zu bewegen. Die Größe W der geleisteten Arbeit ist gegeben durch das Kurvenintegral entlang des Weges:

W=\int_\vec \varphi \vec F= \int_{a}^{b} \left\langle \vec F, \vec\tau\right\rangle ds

In einem konservativen Kraftfeld ist die Größe W der geleisteten Arbeit wegunabhängig. Eine konservative Kraft leistet auf einem geschlossenen Weg keine Arbeit.

Die Stammfunktion V eines konservativen Kraftfeldes wird Potential oder potentielle Energie der Kraft \vec F genannt. Also stellt das totale Differential des Potentials V wiederum die Kraft \vec F dar. Es gilt:

\vec F=-gradV

Das Vorzeichen ist lediglich Konvention.

Zweites Beispiel "Entropie"

Eine weitere wichtige Anwendung der Theorie der Differentialformen liegt im Bereich der Thermodynamik. Gemäß der Clausiuschen Ungleichung gilt:

\oint_c\frac{1}{T}\overrightarrow {\delta Q} \le 0

T stellt die Temperatur des thermodynamischen Systems und \delta Q den Wärmeaustauschkontakt des Systems mit seiner Umgebung dar. Das thermodynamische System kann beispielsweise ein Gas darstellen, dessen unabhängige Zustandsgrößen Temperatur T, Druck P und Volumen V des Gases sind. Die Koordinatendarstellung des Wärmeaustauschkontakts ist damit gegeben durch:

\overrightarrow {\delta Q} = f_P*\overrightarrow {dP} + f_V*\overrightarrow {dV} + f_T*\overrightarrow {dT} .

Das vorstehende Integral wird entlang eines geschlossenen Weges c im dreidimensionalen Zustandsraum (P,V,T) gebildet. Ein geschlossener Weg c im Zustandsraum wird in der Thermodynamik Kreisprozess genannt.Die Differentialform \frac{1}{T}\overrightarrow {\delta Q} besitzt genau dann eine Stammfunktion, wenn jeder Kreisprozess reversibel ist, d.h.:

\oint_c\frac{1}{T}\overrightarrow {\delta Q}_{rev} = 0

In diesem Fall besitzt die Pfaffsche Form \frac{1}{T}\overrightarrow {\delta Q}_{rev} eine Stammfunktion S, die Entropie genannt wird. Für reversible Kreisprozesse gilt:

\overrightarrow {DS} = \frac{1}{T}\overrightarrow {\delta Q}_{rev}

1/T stellt einen integrierenden Faktor dar, der aus der Differentialform \vec {\delta Q}_{rev} ein totales Differential \vec {DS} erzeugt.

Hieraus folgt der zweite Hauptsatz der Thermodynamik:

\int_\vec \varphi \overrightarrow {DS} \ge\int_\vec \varphi \frac{1}{T}\overrightarrow {\delta Q} bzw. \Delta S \ge \frac{1}{T} \Delta Q

In einem isolierten System gibt es keinen Wärmeaustausch mit der Umgebung, weshalb gilt \Delta S \ge 0. Es folgt aus dem zweite Hauptsatz, dass die Entropie eines isolierten Systems nicht abnehmen kann.


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